Merkblatt für künftige Hundehalterinnen und Hundehalter Gültig ab 1. Juli 2026

Sachkundenachweis

Der Kurs
kommtvor dem Hund

Seit 1. Juli 2026 gilt in ganz Österreich ein Sachkundenachweis für alle, die neu einen Hund halten. Vier Stunden Theorie sind vorher zu absolvieren — also bevor der Welpe einzieht. Wer zuerst den Hund holt und dann den Kurs sucht, hat die Reihenfolge verloren, die das Gesetz vorgibt.

Pflicht seit 1. Juli 2026

Vier Menschen sitzen mit ihren Hunden — Beagle, Labrador, Border Collie und Airedale Terrier — auf dem Boden einer hellen Halle und hören einer Trainerin zu.

4Stunden

Theorie im eigenen Bundesland — vor der Aufnahme der Haltung.

2Stunden

Praxis gemeinsam mit dem Hund, binnen eines Jahres nach Aufnahme der Haltung.

9Länder

Die Landesregelungen bleiben daneben bestehen. Gegenseitig anerkannt wird bis 30. Juni 2027.

Rechtsgrundlage: Novelle der 2. Tierhaltungsverordnung, BGBl. II Nr. 144/2026, kundgemacht am 18. Juni 2026, auf Grundlage von § 13 Abs. 4 Tierschutzgesetz. Der bundesweite Nachweis ist ein Mindeststandard — die Länder dürfen strenger sein, und mehrere sind es.

Die Reihenfolge ist der Punkt

Der Nachweis ist keine Formalie, die man nachreicht. Er ist so gebaut, dass die Theorie vor dem ersten Tag mit dem Hund liegt — und die Praxis danach, weil sie ohne Hund nicht geht.

  1. Zuerst: vier Stunden Theorie

    Zu absolvieren im eigenen Bundesland, bevor Sie den Hund übernehmen. Planen Sie den Termin, sobald der Wurf feststeht — nicht in der Woche der Abgabe.

  2. Dann: der Hund zieht ein

    Kennzeichnung, Registrierung, Anmeldung bei der Gemeinde und die Landesvorgaben kommen dazu — je nach Bundesland unterschiedlich.

  3. Binnen eines Jahres: zwei Stunden Praxis

    Gemeinsam mit dem Hund. Das ist der Teil, der tatsächlich etwas verändert — er findet mit genau dem Tier statt, mit dem Sie leben.

Alles, was Sie hier tun, betrifft Ihre Seite: Ihre Ausbildung, Ihre Anmeldung, Ihre Papiere. Was der Hund mitbringt, ist zu diesem Zeitpunkt längst entschieden.

Was der Nachweis nicht leistet

Er sagt etwas über Sie aus, nichts über den Hund. Vier Stunden Theorie machen niemanden zum Fachmann für Erbkrankheiten, und zwei Stunden Praxis ersetzen keine Untersuchung der Elterntiere.

Das ist kein Einwand gegen den Nachweis — er ist für das gedacht, was er regelt: Haltung, Umgang, Verantwortung im Alltag. Nur ist damit erst die eine Hälfte der Vorbereitung erledigt.

Eine Hand hält die Lederleine eines Magyar Vizsla, der ruhig neben ihr steht.
Der Alltag mit dem Hund — das ist der Bereich, den der Sachkundenachweis abdeckt.

Wen es trifft: alle, die neu einen Hund halten. Nicht nur Ersthundehalterinnen und Ersthundehalter im engen Sinn — auch wer lange keinen Hund hatte, fällt je nach Landesregelung darunter. Wer bereits einen Landesnachweis hat, sollte vor dem Kauf klären, ob er anerkannt wird; die wechselseitige Anerkennung ist bis 30. Juni 2027 geregelt.

Was das praktisch heißt: Zwischen dem Entschluss und dem Einzug liegt ein Termin, den es zu buchen gilt. Kurse sind nicht überall jede Woche verfügbar. Das ist der häufigste Grund, warum es am Ende knapp wird.

Deswegen gibt es ZEUS

ZEUS ist ein Qualzucht-Präventionsprogramm für Züchterinnen und Züchter. Zuerst werden die Elterntiere untersucht und erhalten — jedes für sich — ihre Zuchttauglichkeit. Dann wird geprüft, ob diese beiden Tiere miteinander verpaart werden dürfen. Erst wenn beides zusammenpasst, bekommt der Welpe sein Qualzuchtpräventions­zertifikat.

Zu jedem Zertifikat gehört ein Prüfcode, den Sie auf der ZEUS-Website eintippen. Dann sehen Sie selbst, was geprüft wurde. Für Sie kostenlos.

Ihren Kurs machen Sie. Was vor dem Welpen passiert ist, macht jemand anderer — nachsehen können Sie es trotzdem.

Zertifikat prüfen

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